Der Genfer See, der lacus Lemanus der Römer, hat die Gestalt eines
Halbmonds, dessen beide Hörner sich südl. neigen. Das östl.
Hörn ragte einst 3 St. weiter ins Land hinein bis Bex; die Geschiebe
und Ablagerungen der einströmenden Rhone haben aber
den See immer weiter zurück gedrängt, und setzen dort mit jedem
Tag mehr Land an. Seine tiefblaue Farbe, abweichend von
allen andern Schweizer Seen, die grün erscheinen, schreibt der
berühmte Naturforscher Sir Humphry Davy, der längere Zeit in
Genf lebte und 1828 dort starb, der Jodine zu, die in dem
Seewasser enthalten sein soll, eine Ansicht, die von schweizer
Sachverständigen sehr in Zweifel gezogen wird. Der See ist
eigentümlichen period. Anschwellungen (Stiches) unterworfen.
Das Wasser hebt sich innerhalb 15 bis 20 Min. mehrere Fuss,
besonders an den Orten, wo das Bett enger wird, ohne irgend
eine vorhergegangene unruhige Bewegung, ohne Wellenschlag; es
bleibt höchstens 25 Min. auf dieser Höhe und tritt dann in sein
gewöhnliches Bett zurück. Man schreibt diese Erscheinung dem
Druck der Luft auf den Wasserspiegel zu. Sie kommt häufiger
bei Nacht als bei Tage, im Frühling und Herbst mehr als im Sommer vor, und wird vorzüglich stark bemerkt, wenn die Sonne
ans dunklen Wolken hervor bricht und plötzlich sehr hell zu
scheinen beginnt. In den ersten Monaten des Jahres ist der
Wasserstand am niedrigsten; im Juli, Angust nnd September
steigt er 5 bis 6', von geschmolzenem Schnee genährt. Unter
den Fischen des Sees ist der Ferras einer der schmackhaftesten.
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